Sanierung - welches System verbauen?

Hallo,

wir sanieren in Kürze das Elternhaus, u. a. werden alle Fenster mit Jalousien oder Raffstores versehen werden.
Wir möchten diese gerne sowohl mit einem Schalter als auch über das Handy steuern können, bzw. Abwesenheiten simulieren etc.
Nun gibt es eine Vielzahl von System, der Elektriker, der die Arbeiten durchführen wird hat von Hausautomatisierung keine Ahnung, er will Peha Schalter verbauen und lediglich einen Zentralschalter!
Habt ihr einige Vorschläge für mich, wir ich meinen Wunsch realisieren kann? Ich bin handwerklich nicht ungeschickt, kann auch Kabel umklemmen -:slight_smile:
Was haltet ihr von dem Fibaro Home Center, ein Kollege erzählte mir davon?

Gruß Chris

Hallo @MCS,
es ist für mich ein Rätsel, wie sich die Berufsgruppe Elektriker so erfolgreich seit Jahren vor diesem Thema drückt. Mir ist in meinen bisherigen Neu-, An- und Umbauten noch kein einziger Elektriker untergekommen der überhaupt irgendwas zum Thema beitragen konnte. Immerhin war einer dabei der mir die Module angeschlossen hat … fast alle richtig :slight_smile:. Die anderen haben nur Abgewunken… „Kenn ich nicht, mach ich nicht“.

Kurzfassung: ja, mit Fibaro Homecenter problemlos machbar.

Langfassung:
Es hängt ein bischen von den Gegebenheiten ab ob du mit dem Fibaro Homecenter (oder einer anderen Heimautomatisierung oder überhaupt) deine Anwendungsfälle abdecken kannst und restlos glücklich wirst.
Hast du denn schon berührungspunkte mit Heimautomatisierungen gehabt? Lichter über Philipse Hue gesteuert zum Beispiel?
Ich frage desshalb, weil es in dem Bereich viele Anbieter gibt, alle recht unterschiedlich. Worin sie jedoch gleich sind ist, dass es aus meiner Sicht keine einzige „Einmal einrichten und passt“ Lösung gibt.
D.h das System benötigt auch nach der Einrichtung einen gewissen Unterhalt. Zum einen gewisse Feinheiten nachjustieren, aber auch Fehler beheben, Patches einspielen usw. Technisch sind die Geräte zwar relativ ausgereift und funktionieren Stabil, es kann aber immer mal zu unvorhergesehenem verhalten kommen. Jede Komponente ist im Prinizip ein kleiner Computer, der läuft und läuft und halt manchmal nicht. Da kann dann zwar ein Neustart helfen (Strom aus, Strom wieder an) aber die restlichen Haushaltsmitglieder können sich schon mal daran stören wenn die Treppenbeleuchtung nicht wie sonst auf den Bewegungsmelder reagiert. Als Heimautomatisierungverantwortlicher im Haushalt bist du dann natürlich die erste Anlaufstelle.

Beim Sanieren bietet sich an bereits entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

  • Leerrohre einziehen, lieber 5 zu viel als 1es zu wenig, auch ins Freie hinaus… Terasse, Gartenschuppen, Eingangsbereich, Parkplatz, Einfahrt entlang, Tor, hinterm Fernseher, in die Küchenschränke, in die Abgehängte Decke, Balkon, Garten, Blumentöpfe, Pool, aufs Dach, in den Keller, zur Eingangstüre usw.
  • Überall Tiefe Dosen einbauen (auch in Ziegel+Betonwände mindestens 55 mm Tief, natürlich muss der Elektriker die separat bestellen, weil er hat nur die 45 mm am Lager :roll_eyes:)
  • Überall Taster vorsehen, keine Schalter (der Elektriker will dann irgendwelche Stromstoßrelais im Sicherungskasten verbauen, brauchst du aber nicht, macht das Fibaro Modul)

Wenn du dich bereits für ein Homecenter entschieden hast, lässt du den Elektriker die Module einbauen:

  • diese hast du aber vorher schon ans Homecenter angelernt
  • für jedes Licht einen Aktor hinter den Schalter
  • für Lichter die als stimmungslicht in Frage kommen nimmst du ein Dimmer Modul und dann eine Dimmbare LED Lampe dazu. (Der Elektriker kann sich das nicht vorstellen, es wird aber trotzdem funktionieren)
  • hinter die Jalousientaster ein Rollershutter Modul
  • Temperatursensoren für Heizungssteuerung in die Räume
  • Rauchmelder die sich integrieren lassen
  • Elektronisches Schloss an der Türe oder zumindest ein E-Öffner
  • Lan-Kabel zum Fernseher, Eingangsbereich für Smarte Video-Türklingel, Büro, Kinderzimmer
  • uvm.

Beim Einrichten des Smarthome bist du dann auf dich selbst gestellt. Es gibt zwar Unterstützung in den diversen Foren, mit etwas Glück gibts auch einen Zertifizierten Installer in deiner Nähe, der das übernehmen könnte bzw. im Problemfall unterstütz. Ohne zu Programmieren wirst du mit dem Fibaro Homecenter nicht glücklich werden. Es gehen nur einfache Dinge ohne tatsächlich selbest Hand an LUA Programmierung zu legen.
Viele deiner Ideen werden vom Start weg einwandfrei funktionieren. Manche Dinge werden sich später in der Praxis als unbrauchbar heraus stellen und dann musst du wieder ran und dir etwas anderes ausdenken.
Beispiel: du hast mit einem Bewegungsmelder ein Treppenlicht automatisiert. Über eine Szene lässt du das Licht einschalten. In der Theroie alles gut. In der Praxis kann es aber passieren, dass du die Treppe schon hinter dir hast, bis der Bewegungsmelder das Signal übertragen hat, die Szene abgelaufen ist, das Signal zum Einschalten wieder beim Licht ist. Deine Familie wird dir dann sagen was sie von „deinem“ Smarthome hält. Ich kann dich beruhigen, es gibt Lösungen die funktionieren … meistens :laughing:

Ein Zentrales Thema, das ich erst beim dritten Anlauf (1. war ein Neubau, 2. war ein Wohnungs-Umbau, 3. noch ein Wohnungs-Umbau) richtig hinbekommen habe, ist die Bedienung des Smarthomes.
In den Marketing-Videos zückt immer irgendwo einer sein Smartphone und hat ruck-zuck die gewünschte Funktion ausgelöst oder per Spracheingabe gestartet. In der Praxis ist das aber meistens unbrauchbar oder zu langsam oder aufwändiger als zum Schalter hin zu laufen, zumindest aber für deine Schwieger-Eltern unzumutbar. Was sich bei mir aber bewährt hat ist eine zentrale Anlaufstelle für die Heimautomatisierung zu haben. Ich habe deshalb an zentraler Stelle ein Android-Tablet montiert (in die Wand eingelassen, abnehmbar, Netzteil in Leerdose dahinter fix verbaut, Fibaro Aktor dazu für Automatisierungen). Android deshalb, weil du weniger Einschränkungen hast als bei Apple (keine Code-Eingabe, Oberfläche anpassen, usw.)
Von dort aus lassen sich die wichtigen und relevanten Funktionen Zentral auslösen: Lichter, Jalousien, Heizung, Eingangstüre, Wettervorhersage, Alarm scharf schalten, Kontrolle ob alle Fenster und Türen zu sind usw.
Mit den Fibaro Apps wirst du da nicht glücklich, wie flexibel die APPs anderer Hersteller sind weiß ich nicht. Schlussendlich habe ich mir mit TheHomeRemote eine eigene Oberfläche zusammengebastellt.

Bei der ganzen Automatisierung wirst du immer wieder auf unvorhergesehenes stoßen. Beispiel: du hast alle Lichter automatisiert und sie gehen automatisch 2 Stunden nach Sonnenuntergang aus, zusätzlich werden automatisch die Jalousien herunter gefahren und das Haus geht in den „Schlafmodus“. Funktioniert alles wunderbar, bis zur Geburtstagsparty deiner Frau, wo ihr um 22:00 Uhr noch auf dem Balkon sitzt, und auf einmal die Lichter ausgehen, die Jalousien herunter fahren.
Kein Riesen Problem, Handy in die Hand, Lichter wieder an, Jalousie wieder auf damit ihr zurück ins Haus könnt. Bis dann 5 Minuten später die Szene wieder auslöst und ihr wieder im Dunkeln sitzt. Sowas lässt sich alles lösen, bekommst du aber selten beim ersten Anlauf hin. Es wird auch immer mal Dinge geben die schlicht nicht Funktionieren, Fehlalarme, Geräte die nicht tun was die Marketing Abteilung versprochen hat usw.

Fazit: Heimautomatisierung ist kein Set-it-and-forget-it Projekt, es ist eher eine Lebenseinstellung oder fast schon eine Religion :slight_smile:

lg, kro

Wow,

was für eine ausführliche Antwort, vielen Dank für die vielen Inputs!

Das es sich bei diesen Lösungen nicht um eine „Fire and Forget“ Lösung handelt ist mir bewusst, ich habe Spaß am optimieren und testen!

Ich habe mich die letzten Tage etwas intensiver mit ioBroker auseinander gesetzt! Ich bin der Meinung, dass dies ein mächtiges System ist. Was hälts du davon die Automatisierung darüber anstatt über das Fibaro HC zu managen?

Gruß Chris

Hallo @MCS,
auch wenn ich hier jetzt einen shitstorm lostrete, spreche ich eigentlich nur konkret aus, was auch @kroeatschge schon angedeutet hat.
Dieses ganze Funkzeugs, egal welchen Standards, ist im Grunde nur Bastelkram, dafür aber wenigstens nicht gerade günstig.
Wie komme ich darauf?
Ganz einfach, ich habe vor 7 Jahren begonnen, selbst eine auf Z-Wave und Fibaro HC2 basierende Heimautomation aufzubauen. Ich habe also doch die ein oder andere Erfahrung gemacht. Da das HC2 nun zum 2. Mal defekt ist und die Erfahrungen vieler User mit dem Fibaro HC3 ebenfalls den Anschein erwecken, das es sich wieder um ein Bananenprodukt handelt, bin ich wegen der größeren Palette an möglichen Geräten auf homee (ist modular erweiterbar) umgestiegen.
Was soll ich sagen, ich bin vom Regen in die Traufe gekommen.
Einiges ist bei homee besser gelöst, einiges schlechter, anderes schlicht, zumindest mit Bordmitteln, unmöglich, wie z.Bsp. der simple Vergleich zweier Daten wie z.Bsp. Temperaturen. Aber das nur am Rande…
Die eigentlichen Probleme die mit Fibaro da waren, sind mit homee nicht verschwunden und jetzt komme ich endlich zum Thema, funkbasierende Technik ist nicht frei von Störanfälligkeit. Du wirst, solltest Du dich für Funktechnik entscheiden, mit der Tatsache leben müssen, dass Zustände von Sensoren (Temperatur, Helligkeit, Bewegung…) nicht immer zuverlässig übermittelt werden, das gilt insbesondere für batteriebetriebene Geräte. Gleiches gilt aber auch für Aktoren.
Das kann man für sich selbst schon machen, völlig diskusionsfrei wird das zu Hause aber definitv nicht abgehen. :wink:

Von zwei Dingen würde ich aber auf alle Fälle abraten:

  1. Ich würde NIEMALS sicherheitsrelevante Sachen, wie Fenster-, Tür- ,Toröffner in die Heimautomation einbinden.
  2. Ich würde NIE (wieder) bei Dritten ein funkbasierendes Heimautomationsystem verbauen.

Das Ende vom Lied - ein Kabel ist ein Kabel!
An deiner Stelle würde ich mir zuerst über den Standard klar werden. Wenn du eh baust, ist ja vielleicht KNX was für Dich.
Klar das ist weit weg von günstig, aber es ist zuverlässig.

Zu deiner Frage bezügl. ioBroker, das ist ein mächtiges Tool, das viele Standards beherrscht, aber Du solltest Dich ggf. mit Linuxadministration, aber auf jeden Fall mit JavaScript auskennen.

Grüße…

Eigentlich halte ich mich in letzter Zeit bei Kommentaren bezüglich Fibaro stark zurück.
Mit ein Grund ist das neue HomeCenter3. Aber das ist wohl hier falsch am Platz.
Ich kann nur [kroeatschge] und [heikoh] prinzipiell zustimmen in ihren Aussagen.
Trotzdem möchte ich noch einiges anmerken.
Fibaro ist mit Sicherheit das am besten ausgereifte Produkt (Funk) am Markt und macht trotzdem jede Menge an Problemen.
Kabel sind Kabel das stimmt, aber werden auch von Computern gesteuert. Freunde von mir haben Loxone (https://www.loxone.com/dede/smart-home/eigenheim/) verbaut und haben schon Nächte mit Schlafmaske verbracht weil das Licht im ganzen Haus anging sich nicht mehr ausschalten ließ und alle Raffstores offen waren.
Auch KNX - haben andere Freunde von mir - kann spinnen. Bei Kabel hast du also nur nicht die Unsicherheit des Funks. Der Rest der Probleme mit der Steuerung bleibt.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur anraten tiefe UP Dosen (6cm) zu verwenden - es wir trotzdem eng.
Alle sensiblen Dinge löse bitte nicht über Fibaro. Türschloss, Alarmanlage, Heizung, Rauchmelder, Wasser Sensoren, Überwachungskameras gehören von professionellen Anbietern eingebaut. Ist zwar teuer funktioniert dafür aber.
Lass die Finger von den Motion Sensoren. Verwende normale Bewegungsmelder. Die kannst auch mit einem Schalt Modul von Fibaro einbinden (ganz ausschalten oder permanent einschalten) funktionieren aber dafür immer.
Wenn du schon batteriebetrieben Geräte verwenden willst statte sie mit einem Trafo aus. spart dir viele Unannehmlichkeiten in der Zukunft wie z.B. Batterie ist leer Meldung obwohl sie noch voll ist, etc.
Die Fibaro App ist für eine komfortable Steuerung unbrauchbar. Mir war der iOBroker zu kompliziert und mächtig, außerdem musst du einen zusätzlichen „Server“ laufen lassen. Ich finde mein Auslangen mit Mediola und ein paar Tablets (iPad und Android) im Haus verteilt.
Hausautomation mit Fibaro ist Bastelkram wie oben geschrieben wurde. Big toys for big boys.
Du wirst damit immer ordentlich beschäftigt sein. Wenn du das willst dann mache es.

Hallo,

ich danke euch für die ehrlichen Aussaugen und Meinungen!

Mein Ziel war es mit einer überschaubaren Investition ein funktionierendes Automationssystem zu erstellen, nach Euren Aussagen ist dies nun Geschichte.

Ich werde nun von einigen Schaltern Kabel in den HWR ziehen lassen und kann dann bei Bedarf später eine kabelgebundene Lösung nachrüsten.

Danke für Eure Inputs,

Gruß Chris

Hallo,

Dich komplett von Deiner Idee abzubringen, war nun auch nicht meine Intention.
Ich glaube bei mir gingen die Alarmglocken bei „Elternhaus“ an.
Die Frage ist, wer wohnt nach der Sanierung dort, Du oder Deine Eltern?
Was man selbst gebastelt hat, versteht man ja auch, aber die Eltern wären ggf. sicher nicht begeistert wenn’s nicht 100pro funktioniert…

Grüße Heiko

Ich hänge mich an heikoh dran. Es soll keine Abschreckungspolitik sein!
Nur solltest du wissen auf was du dich einlässt. Es gibt viele angenehme Momente mit so einer Hausautomation. Garten Beleuchtung bei Sonnenuntergang einschalten, Raffstores am Abend schließen am Morgen öffnen, Für den Kino Abend mit einem Knopfdruck Licht runter dimmen, Beamer und Sound Anlage einschalten, beim Abschalten den Beamer weiterlaufen lassen bis die Kühlung fertig ist. Raum Temperatur und Teich Temperatur auf einen Blick feststellen, die Wohnraumlüftung wenn man auf Urlaub ist kontrollieren und vieles mehr …
Aber wenn die Zentrale wieder mal spinnt und das tut sie zumindest bei mir einmal im Monat dann hast du deine liebe Not.
Inzwischen weiß ich das Prozedere mit Strom Stück für Stück ausschalten, Zentrale rebooten und Strom wieder Stück für Stück einschalten. Dann habe ich das network flooding behoben. Ist nur blöde wenn du auf Urlaub bist und es passiert. :frowning:
Zentrale stromlos machen kann ich mittlerweile über eine eigene WLAN Steckdose die ich über VPN Tunnel auch von extern bedienen kann. Der Support hing schon wochenlang in der Zentrale hat vieles optimiert. Aber je nach Update Version der HC2 Software kommt und geht der eine oder andere Fehler halt wieder.
Wenn du es als Hobby betrachtest wirst du glücklich damit - sonst nicht.

Hallo zusammen

Jetzt möchte ich mich auch zu Wort melden.
Was @kroeatschge ziemlich am Anfang der Diskussion geschrieben hat über unsere Berufsgruppe der Elektriker denen ich als Elektromechanikermeister auch angehöhre hat mich schon etwas „verärgert“.
Aber er hat genau das geschrieben was auch der Wahrheit entspricht.
Wir drücken uns nicht darum Neues zu machen aber wenn wir das machen muss wie bei allen Unternehmen schon ein Profit dabei heraus springen.
Ein System muss einem Standard entsprechen damit man nicht bei jedem System einen Neuen Lehrgang benötigt. Denn das kostet Geld, Zeit und Nerven.
Weiterhin muss ein System Stabil laufen damit die Garantiekosten überschaubar bleiben.
Tja auch das ist bei einem SmartHome System momentan noch nicht oder eingeschränkt zu erreichen.
Dazu kommt dann noch das, je Höher ein Mitarbeiter ausgebildet ist er auch mehr Geld haben möchte (Auch verständlich).
Daraus folgert das eine Service Stunde Teuer wird.
Wer ist bereit oder kann es sich leisten Privat das zu bezahlen?
Ich selber habe Jahre lang mit homee hier gearbeitet und habe seit Anfang den HC3 der den homee ersetzt hat.
Wenn ich mal die Stunden zusammen zähle und das in Geldwert rechnen würde (hoffentlich macht das mein WAF mal nicht) käme eine Summe zusammen bei der meine Harre noch grauer würden.
Das alles zusammen genommen macht es einem Unternehmer sehr schwer in dem Bereich zu arbeiten.
Dazu kommt dann noch, das die Geräte sehr Teuer sind.
Ob das alles zusammen genommen den Gegenwert an Komfort aufwiegt denke ich nicht.
Es ist eine Spielerei oder einen Luxus für besser betuchte zumindest noch.
Das würde sich ändern wenn ein Standard (KNX ist so einer) sich im breiten Feld etablieren würde, dann auch alle Hersteller darauf aufspringen (Danach sieht es aber noch nicht aus jeder kocht seine eigene Suppe) und die Ausbildung der Mitarbeiter breitflächig währe (Auch das ist aus vielerlei Gründen noch nicht gegeben).
Damit will ich kein schlechtes Wetter machen aber Geld regiert die Welt und jeder muss Geld verdienen um Butter auf dem Brot zu haben.
Der Weg zu SmartHome wie es sein könnte wird von vielen Seiten angegangen Google, Amazon, B&J, Jung, Gira , Fibaro, Qubino usw.
Noch sind das Spielerein und unsichere Systeme (Wie auch oben zu lesen ist) aber ich sehr Licht am Ende des Tunnels, warten wir noch etwas.
Ich habe hier einen HC3 mit über 100 Teilnehmern am laufen und das sehr Störungsfrei, so das ich darüber nicht meckern kann, mich stört die mangelnde Unterstützung von Geräten die ich gerne integrieren würde oder schon integriert hatte.
Also ein Problem des Standards denn auch z-wave ist nicht gleich z-wave und jeder möchte sein System und nicht den Standard unterstützen.
Das ist noch ein Teufelskreis.
So genug getippt noch ein Schönes Wochenende !

Grüße aus dem Sauerland
Frank

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Wenn Du genug Geld zur Verfügung hast ist KNX das System - Loxone und HomeMatic sind weit verbreitet, wären aber aufgrund der Systembedingten 1 Firmen-Philosophie nicht so meins - kaum gibt es etwas nicht, steht man doof da. Ich habe auch 2 HC-2 Systeme im Einsatz gehabt, mehr oder weniger zufrieden - seit dem holprigen Umstieg auf das HC 3 bin ich doch durchweg zufrieden und hoffe das durch die Erweiterbarkeit durch Bluetooth und ZigBee das Teil alles abdeckt, was ich mir so vorstelle.

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hallo @Berges01,
ich möchte mich entschuldigen, die ganze Berufsgruppe über einen Kamm gescheert zu haben. Das gehört sich nicht und tut mir leid. Vielleicht habe ich da auch zu hohe Erwartungen an meinen Elektriker gehabt. Leider hatte er überhaupt keine Ideen zum Thema smarthome, mag tatsächlich an fehlender Standardisierung fehlen.

Einen wichtigen Punkt haben @heikoh und @mib aber angesprochen: für wen machst du das?
Als ich das Haus verkaufte habe ich das ganze Fibaro System ausgebaut. Nur zu kleinem Teil weil ich es weiter verwenden wollte, der größere Teil war, dass ich es den Nachfolgern nicht zumuten/erklären oder gar noch Monate/Jahrelang Support leisten wollte.
Nicht dass das System dauernd ausfällt oder so, ich habe Laufzeiten von 50 Tagen und mehr am Stück bis ich das System neu starte. Meistens weil ich was verändert habe, oder ein Update einspiele, nicht weil irgendwas nicht geht. Ich hatte auch noch nie den Fibaro Support auf dem System, war nicht notwendig und betreibe es nun auch schon seit 2015. In Summe sind es einfach viele Komponenten (Fibaro HC, Tablet, Wlan-Geräte, Türklingel, Router, Modem, Firewall, Sensoren, Batterien, verschiedene Benutzer, Konten, Funktechnologieen)

Es gibt Sachen die zu 100% funktionieren. Lichter an bei Dämmerung, Thermostatgeregelte Elektroheizuzngen, Infrarotheizung usw. Tablett mit Bewegungsmelder (trotz Batteriebetrieb) aufwecken wenn jemand vorbeiläuft.
Dann gibt es Sachen die zu 80% funktionieren, wie Bewegungsmelder der das Stiegenlicht für 30 Sekunden an und auschalten soll. Manchmal gehts nicht an, manchmal nicht aus.
Und es gibt natürlich Sachen die nicht brauchbar sind. Wie z.B. die Fibaro Rauchmelder, anfangs ok, später aber nur noch ärgerliche Fehlalarme und alle 6 Monate Batterien leer. Liegt aber am Produkt, nicht an der Z-Wave Zentrale, und muss zugegebenermaßen auch nicht eingebunden werden. Jeder 10 Jahres Rauchmelder tut den Dienst auch.

Was ich an Z-Wave Schätze ist, dass sich manche Sachen mit wenig Aufwand realisiren lassen. Beispiel: in meiner aktuellen Altbau-Wohnung gab es nur manuelle Jalousien. Aufgrund der Verkabelung war zwar Strom aussen verfügbar, aber kein Platz für Steuerleitungen, schon gar nicht für 3 getrennte Jalousien. Mein Elektriker wusste nicht wie lösen. Z-Wave und Fibaro sei dank wurde kurzerhand draußen 3 Module verbaut, Funksteuerung Fibaro Keyfob drinnen hin gehängt, fertig. Läuft seit 2 Jahren problemlos.
Die indirekte LED beleuchtung auf der Terrasse sorgt immer noch für ein „Aahhhh“ bei meinen Gästen wenn sie automatisch bei Sonnenuntergang angeht und sanft hoch fährt.
Wo ich meinen Vorrednern auch zustimme, ich würde nie „lebenswichtige“ System/Funktionen rein über Z-Wave steuern. Die Türe versperre ich klassich von Hand, kann aber den Türsummer über Z-Wave auslösen. Wenn mal ein Licht nicht reagiert wie es soll, kann ich auch damit leben. Die Heizungs-Steuerung (Fußbodenheizung mit Thermoelektrischen Stellantrieben) klappt gut, die Heizung selbst habe ich aber nicht angeschlossen, die macht selbständig ihr Ding.

Zum Schluß noch: als Hobby ist es durchaus eine schöne Beschäftigung, die mir auch Freude breitet. Für „jemand anderen“ würde ich das System wohl auch nicht installieren und schon gar nicht supporten. (könnte aber auch an meinem IT Beruf liegen, da mach ich schon genug Support für alles mögliche).
Für einfache Dinge brauchst du auch keines. Video-Türklingel von Nest. Heizungsthermotate von Tado, Philips Hue Lampen und dazu deren Apps und du hast vielleicht auch schon ein kleines Smarthome das deinen Wünschen gerecht werden kann.

lg, kro

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Schönes Thema. Muss ich auch was schreiben :wink:
Selber habe ich 2 Projekte mit Z-Way am laufen, alles beides läuft gut und (fast) störungsfrei.

Zur Zeit realisieren wir ein neues Projekt, hier wird auch kernsaniert. Elektriker hatte uns auch ein System empfohlen, welches über die 240V Schiene die Daten schickt. Also hätten wir auch tiefe Dosen… und den
ganzen Nachrüst"Unsinn" mit Funk installieren müssen.
Auf meine Einwände, dass wir alles neu machen und alle Kabel eh im Keller im neuen Schrank zusammenlaufen, konnten wir das Projekt auf eine KNX Installation aktualisieren.
Die ganzen Funksysteme haben meiner Meinung nach zum Nachrüsten Ihre Berechtigung, bei einer Grundsanierung ist das für mich aber der falsche Weg.
Und, wenn man sich auskennt, den Elektriker kennt, dann sind die Komponenten auch für das gleiche Geld
einzukaufen, wie z.B. die Module von Fibaro, die auch nicht als die preiswertesten gelten.
Bei mir sind schon günstige Coolcam ausgefallen, aber auch doppelt so teure Fibaros…
Grüße
Nico

Hallo

Ja das mag ja alles richtig sein.
Aber KNX ist nichts für Bastler zu Hause.

Schau mal was da die Programmiersoftwahre kostet (Mal auf die Schnelle rausgesucht)!

Da must du aber noch eine Einarbeitung oder Besser einen Lehrgang mit einplanen.
1000,-€ + Lehrgang ist nichts für zu Hause zum Spielen.
Mit dem KNX hast du sicher recht das ist ein Super System aber für den Hausgebrauch ?
Alles in einen Raum zu ziehen ist sicherlich machbar aber der Aufwand ist nicht grade wenig und da kommen einige Kabel zusammen.
Eine genaue Planung ist da unabdingbar und eine Erweiterung mal hier eine Schaltbare Steckdose oder da einen zusätzlichen Schalter is nich !
Ich würde da mal über eine Bussleitung und 230V an jede Schalt und Energiestelle nachdenken.
Aber das ist einen Philosophy-Sache.
Über das Thema Hausautomation lässt die trefflich Diskutieren und jeder hat da eine Andere Meinung zu.
Ob meine die Richtige ist ? Aber ich habe in meinem Berufsleben 47 Jahre lang Automation und Mess- und Prüftechnik gemacht und behaupte mal da was von Bussystemen und Verdrahtung zu verstehen.
Alles Zentral an einer Stelle haben wir vor ca. 30 Jahren aufgegeben aus Kosten und Flexibilitätsgründen auch der Support ist Dezentral einfacher.
Wir haben einfach einen Buss und Energieversorgung durch die Anlagen verdrahtet und dann die Teilnehmer daran angeschlossen.
Alle Hersteller solcher Maschinen und Anlagen machen es genau so.
Auch da wird über das Buss-System diskutier ob nun von dem oder dem Hersteller.
Was für den Maschinen- und Anlagenbau gilt sollte eigentlich für ein Haus auch gelten.
Das ist meine Meinung (Muss aber nicht die Richtige sein).

Gruss Frank

hallo zusammen,
der Kosten-Aspekt den @Berges01 anspricht ist sicher zu beachten.
Für mich kamen die professionellen Bus-Systeme nie in Frage, da 1. zu teuer und 2. ich selbst Hand anlegen möchte ohne vorher teure Schulungen/Zertifizierungen zu durchlaufen.

Mit den nachträglichen Funk-Lösung bist du auf jeden Fall flexibel genug. Sollte irgendwo ein Funk-Loch sein, reicht es meist in der nähe ein Wallplug einzustecken um das Loch zu überbrücken.
Ich komme in einem Massiven Terrassenbau problemlos zwei Stockwerke Tiefer, wo in den Katakomben eine Wasserdruckerhöhungsanlage steht. Selbstverständlich will ich da wissen wieviel Strom die verbraucht und ob sie korrekt läuft oder nicht :slight_smile:. Wallplug ran, Verbindung ist da, erledigt.

Bezüglich Kosten würde ich meinen kann man mit ~ 2.000€ ein schönes Z-Wave System haben. Lichter, Jalousien, Heizungssteuerung, Bewegungsmelder, Temperatursensoren, Tür-/Fenstersensoren usw. inklusive. Natürlich, und das ist ein weiterer Plus-Punkt, kann man auch mit ~800 € starten und nach und nach weiter ausbauen, wenn man möchte.

Z-Wave und die diversen Communities erlauben auf jedenfall ein selbständiges Einarbeiten in die Materie.
Grüße - kro

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Ah, hatte die Sanierung falsch verstanden, wobei ich noch nicht weiss, was „Unter anderem“ sein kann.

Dann natürlich per Funk nachrüsten.

das mag ja alles richtig sein.
Aber KNX ist nichts für Bastler zu Hause.

Letztens die KNX Inside in Aktion für 100,- und natürlich sollte man den Elektriker kennen.
Preislich ist das durchaus vergleichbar, 16 fach Aktor für 300,-.
Und, Fibaro ist auch für Bastler zu Hause, professionell wollte ich KEINEN Kunden haben,
bei dem ich eine Installation warten müsste…
Grüße
Nico

Ja das sehe ich genau so.
Ob nun die KNX Inside für den „Normalen“ User und für ein Einfamilienhaus ausrecht kann ich nicht beurteilen.
Was unter dem Strich an Kosten entstehen und ob das alles noch Flexibel ist, darüber müßte man mal nachdenken.
Ich würde bei einem einfachen Einfamilienhaus überall tiefe Dosen einbauen und momentan noch z-wave einbauen.
Bedingung überall 230V vorsehen damit man Optionen hat.
Ob das Langfristig OK ist das kann momentan glaube ich noch keiner sagen.
Mann könnte leicht erweitern, hat eine Große Auswahl an Modulen, auch an Gateways ist kein Mangel.
Wenn den mal was sein sollte so kann man auf herkömmliche Installation zurück bauen.
Damit ist der Spieltrieb (Ich bin da auch so einer) gedeckelt und man kann nach Herzenslust bastel ohne die Sicherheit zu verlieren.

Ich glaube wir alle haben Recht und auch Unrecht eine Sache des Blickwinkels.
Für einen der Neu anfängt und einen Ratschlag haben möchte ist das schon schwer aus den vielen Meinungen das für Ihn richtige herauszufinden.
Flexiebel und Offen ist glaube ich die Richtige Wahl und immer die Sicherheit nicht aus den Augen verlieren

Gruß Frank